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Offensive Tanz

Fachaustausch & Diskurs

Intergenerationelle Ansätze im Jungen Tanz

FRATZ International 2026

Probebühne Podewil (Berlin-Mitte)

Intergenerationelle Ansätze im Jungen Tanz

Austausch zu Arbeitsweisen, Ästhetiken und Impulsen in der künstlerischen Arbeit mit verschiedenen Generationen

Kinder wachsen in einer zunehmend altersgetrennten Gesellschaft auf: ihr Umfeld - ob Kita, Schule oder Freizeit - ist häufig getrennt von den Bereichen in denen sich Erwachsene und insbesondere ältere Menschen bewegen - Arbeitswelt, Adult Only- oder Senior*innen-Angebote, Pflegeeinrichtungen u.a.. Theater kann Räume schaffen, in denen verschiedene Generationen miteinander in Kontakt kommen und gemeinsame Erfahrungen teilen. Künstlerische Prozesse werden angereicht mit den jeweiligen altersgemäßen und individuellen Besonderheiten der jungen, sehr jungen, älteren und hochbetagten Beteiligten. Intergenerationelle Arbeiten bringen viel Neues zutage: neue Fragen – zum Beispiel rundum Autonomie und Fürsorge; neue Arbeitsweisen – zum Beispiel unter Berücksichtigung der teils sehr unterschiedlichen Erfahrungswelten; neue ästhetische Impulse – zum Beispiel resultierend aus sehr unterschiedlichen Körperlichkeiten und Rhythmen.

Theater o.N. und FELD Theater haben sich in den letzten Jahren verstärkt mit intergenerationellen Ansätzen beschäftigt und Erfahrungen in künstlerischen Prozessen gesammelt. Die Veranstaltung gibt Raum für einen kollegialen Austausch über diese Erfahrungen und lädt Interessierte ein, gemeinsam über offene Fragen, Thesen und weiterführende Ideen zu sprechen.

Hierfür sind zunächst vier Thementische geplant. Weitere können sich spontan bilden. 

#1 Eva Günther und Lea Martini: Vorstellung ihres Forschungsvorhabens „ein kreis. fast rund“ mit Kita-Kindern und Senior:innen von Dance On Lab (Residenz 2026-27 der Offensive Tanz in Kooperation mit FELD Theater)

#2 Gabi dan Droste / FELD Theater: Begegnungsräume von Menschen unterschiedlichen Alters: Was die Kunst und das Arbeiten in künstlerischen und forschenden Kontexten sichtbar werden lässt.

#3 Julie Peters & Andreas Pichler (Ensemble Theater o.N.): Ein Forschungslabor für Babys und ihre Begleiter:innen: Beobachten, Machen und Dasein (Teil des Programms von FRATZ International 2026)

#4 Vera Strobel (Künstlerische Leitung Theater o.N. / FRATZ Festival) Senior:inneneinrichtungen als Theaterorte

Eine Veranstaltung der Offensive Tanz für Junges Publikum im Rahmen von FRATZ International 2026. In Kooperation mit FELD Theater.
Kartenverkauf direkt über FRATZ International.

AUSFÜHRLICHE INFORMATIONEN ZU DEN EINGELADENEN BEITRÄGEN

#1 Eva Günther und Lea Martini sind Tänzer:innen verschiedener Generationen. Sie stellen ihr aktuelles Forschungsvorhaben „ein kreis. fast rund“ vor.

„Ausgehend von dem Gedanken, dass Anfang und Ende des Lebens keinen linearen Weg bilden, sondern sich in einem Kreis begegnen, erforschen wir die Nähe zwischen jungen und alten Menschen. Wo ähneln sie sich emotional, geistig und körperlich. Wo unterscheiden sie sich? […] Unsere Perspektive auf das Thema entspringt dem Wunsch, Begegnung zwischen Generationen wieder selbstverständlicher zu machen. Nach einer Entwicklung hin zu altersbezogenen Nischen interessiert uns, wie Austausch und Nähe neu entstehen können.
Eva bringt langjährige Erfahrung in Tanz und Choreografie mit älteren Menschen mit, unter anderem durch ihre Mitarbeit bei Dance On Lab. Lea verbindet mit der Kita Olbersstraße in Berlin-Charlottenburg eine zweijährige künstlerische Zusammenarbeit.“

„ein kreis. fast rund“ wird im Rahmen einer Residenz der Offensive Tanz für Junges Publikum in Kooperation mit dem FELD Theater gefördert. Der Austausch bei FRATZ bildet den Auftakt der Residenz, die im Winter 26/27 fortgesetzt wird. Die Arbeitsergebnisse werden im Januar 2027 am FELD Theater vorgestellt.

#2 Gabi dan Droste / FELD Theater: Begegnungsräume von Menschen unterschiedlichen Alters: Was die Kunst und das Arbeiten in künstlerischen und forschenden Kontexten sichtbar werden lässt.

Gabi dan Droste ist Gründerin und Leiterin des FELD Theater in Berlin und hat hier eine Reihe von intergenerationellen Projekten begleitet. Sie wird biografische Notizen und Thesen mitbringen und ihre Erfahrungen in der künstlerischen Arbeit mit Menschen unterschiedlichen Alters teilen.

#3 Julie Peters & Andreas Pichler (Ensemble Theater o.N.): Ein Forschungslabor für Babys und ihre Begleiter:innen: Beobachten, Machen und Dasein

Die Tänzerin Julie Peters und der Musiker Andreas Pichler eröffnen während des FRATZ Festivals einen geschützten Spielraum, zu dem Babys zwischen 0 und 18 Monaten und ihre Begleitpersonen eingeladen sind. Das Forschungslabor bietet Zeit und Muße, den feinen Kommunikationsformen zwischen Babys und Erwachsenen nachzuspüren und neue Ausdrucks- und Begegnungsmöglichkeiten zu finden. Mit wenigen verbalen Anleitungen und viel Offenheit für das, was im Moment entsteht, entwickeln sich spielerische Begegnungen. Licht und Schatten, Stimme und Klänge sowie körperliche und haptische Impulse laden zum Erkunden, Staunen und Austauschen ein.

Die Entwicklung von künstlerischen Räumen für Babys stellt besondere Anforderungen. Wahrnehmung, Zeit, Nähe, Materialität und Bewegung müssen aus der Perspektive von Adressat:innen gedacht werden, die Theater nicht über Sprache oder Handlung, sondern vor allem körperlich und sinnlich erfahren. Viele Künstler*innen finden erst durch praktische Recherche einen Zugang zu dieser Arbeitsweise.

Zu der Veranstaltung werden Julie und Andreas Einblicke in ihre Vorbereitungen und künstlerischen Fragen geben, und können ganz frisch von ihrer ersten Labor-Session am Vormittag erzählen.

Interessierte Fachbesucher:innen können im Rahmen ihrer FRATZ-Akkreditierung in begrenzter Anzahl an den Labor-Sessions teilnehmen: LINK zur Voranmeldung

#4 Vera Strobel (Künstlerische Leitung Theater o.N. / FRATZ Festival) – Senior:inneneinrichtungen als Theaterorte

Im Rahmen von FRATZ entstanden eine Reihe von Kooperationen mit Senior:inneneinrichtungen, die zu Spielorten für ausgewählte Stücke des Festivals wurden. Diese Aufführungen mit einem durchmischten Publikum von sehr jungen und älteren, teils hochbetagten Menschen hielten sehr besondere Momente bereit. Vera Strobel berichtet aus kuratorischer und organisatorischer Perspektive von dieser Zusammenarbeit, und geht sowohl auf bereichernde Aspekte wie Herausforderungen ein.

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Foto: Tout Petit: Shall we together (FRATZ 2024), (c) WieBa Photography