Offensive Tanz

PURPLE

„Gemeinsam können wir mehr bewegen“

Interview mit Canan Erek

Spätestens seit der Gründung von PURPLE ist es Canan Ereks Anliegen, Tanz für junges Publikum zu fördern. Als Theater o.N. 2018 Erek fragte, ob man nicht gemeinsam einen Förderantrag beim TANZPAKT Stadt-Land-Bund stellen könnte, holte sie kurzerhand Theater Strahl und TANZKOMPLIZEN mit ins Boot. Gemeinsam riefen sie „Offensive Tanz für junges Publikum“ ins Leben. Der Förderantrag beim TANZPAKT wurde bewilligt und vom Berliner Senat für Kultur und Europa ko-finanziert. Erek ist koordinierende Projektleiterin und sprach mit PURPLE darüber.

Canan, was ist Offensive Tanz für junges Publikum?

Gemeinsam mit TANZKOMPLIZEN, Theater o.N. und Theater Strahl gründete PURPLE „Offensive Tanz für junges Publikum“. Das Kooperationsprojekt läuft bis Oktober 2021. Unser Ziel ist es, Tanz für junges Publikum sichtbar zu machen und nachhaltige Strukturen zu schaffen. Innerhalb des Projektzeitraums produzieren wir sechs Tanzstücke, führen drei Symposien durch, organisieren Fachtage, entwickeln innovative Vermittlungsformate. Zudem bieten wir Workshops für Lehrer*innen und Erzieher*innen an. „Can Touch This“, die erste Tanzproduktion der Offensive, wird im Rahmen des diesjährigen PURPLE uraufgeführt. Im April findet dann das erste Symposium zum Thema „Internationalität und Diversität im Tanz“ im Rahmen des Fratz-Festivals statt.

Sind die Tanzproduktionen inhaltlich ähnlich?

Nein, ganz im Gegenteil, sie sind sehr divers. Und das nicht nur, weil sich die Institutionen an unterschiedliche Altersgruppen richten, sondern auch, weil jeder Projektpartner selbst entscheidet, mit welchen Choreografen er arbeitet. Es entstehen Tanzstücke für Kinder zwischen 0 und 18 Jahren. Theater o.N. richtet sich an die jüngsten, Tanzkomplizen wendet sich an Kinder im Grundschulalter und Theater Strahl hat Jugendliche (ab 12 Jahren) als Zielgruppe.

Uns ist es wichtig, dass es auch Synergieeffekte gibt

Und was ist die Rolle von PURPLE?

PURPLE widmet sich der Publikumsforschung, demzufolge haben wir eine Besucherbefragung online gestellt, die sich explizit an Eltern, Lehrerinnen und Erzieherinnen wendet. 2021 wird PURPLE eine internationale Produktion koproduzieren und die Deutschlandpremiere im Rahmen von PURPLE zeigen.

Wie arbeiten die verschiedenen Häuser zusammen?

Uns ist es wichtig, dass es auch Synergieeffekte gibt. Gemeinsam können wir mehr bewegen. Wir möchten etwas erschaffen, was eine eigene Präsenz in der Stadt hat. Ich möchte, dass man bei „Offensive Tanz“ sofort weiß, worum es geht und wer daran beteiligt ist. Wie wollen voneinander lernen und von Erfahrungen profitieren. Jede Institution hat eine andere Expertise und sitzt in einem anderen Stadtteil. Wir erforschen im Namen des Tanzes gemeinsam, wie man Schüler*innen und Lehrer*innen für Tanz interessiert und ihnen den Zugang zum Tanz einfacher gestaltet. Wir möchten ihre Offenheit und Neugierde gegenüber Tanz fördern.

Soll die Offensive nach zwei Jahren verlängert werden?

Natürlich, planen darf man ja. TANZPAKT als bundesweit agierendes Förderprogramm ist verlängert worden. Prinzipiell gibt es also die Möglichkeit, dass wir Ende 2020 den nächsten Antrag für eine mögliche Verlängerung vorbereiten. Die Förderung läuft über die Stadt, Land und über den Bund. Das heißt, wir müssten dann auch erneut eine Ko-finanzierung aus Berlin bekommen, dann hätten wir weitere Jahre, um unsere Ziele zu verfolgen.

Sind bundesweite Kooperationen geplant?

Auch das TANZPAKT-Projekt „Explore dance“ hat den Schwerpunkt Tanz für junges Publikum. Wir tauschen uns aus und überlegen, ob man sich verstärkt zusammensetzt und mit den Projektpartnern in München, Hamburg und Potsdam kooperiert. Wir wollen aus der Hauptstadt heraus ein Zeichen setzen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf der Website des PURPLE Festivals und ist weiterhin über diesen Link abrufbar.