Access
Die Zugänglichkeit (Access) zu unseren Angeboten ist eines unserer wesentlichen Ziele. Wir setzen uns mit diskriminierungskritischen und inklusiven Perspektiven auseinander, um diese nachhaltig in unserer Arbeit zu verankern.
In den Jahren 2022 bis 2025 haben wir hierfür unter der Leitung von Elisa Ricci einen gezielte Schwerpunktsetzung auf Equity (Chancengerechtigkeit) verfolgt, in Form von internen Weiterbildungen, öffentlichen Fachveranstaltungen und konkreten Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und verbesserter Zugänglichkeit für unsere Angebote.
Der Begriff “Equity” weist darauf hin, dass nicht alle Menschen die gleichen Ausgangsbedingungen haben und es daher nicht ausreichend ist, allen die gleiche Unterstützung zu gewähren (=“Equality”), um tatsächlich Gerechtigkeit für alle herzustellen. Gleiche Chancen für alle bedeutet stattdessen, individuelle Unterstützung zu gewährleisten, die auf jede:n Einzelne:n zugeschnitten ist (=”Equity”).

Unter Equity verstehen wir ein nachhaltiges Engagement in der Reflexion unserer Strukturen und Handlungsweisen aus einer diskriminierungssensiblen Perspektive. Im Prozess orientieren wir uns an einer diversitätsorientierten Organisationsentwicklung auf der Ebene von Personal, Publikum, Programm und Zugänge (Aikins, Gyamerah - 2016).
In dem Bewusstsein, dass unsere Teams (sowohl das Projektteam der Offensive Tanz – bestehend aus drei Personen - als auch die der Partner:innen) mehrheitlich aus mehrfach privilegierten, weißen und nichtbehinderten Menschen bestehen, arbeiten wir daran, im Rahmen unserer Ressourcen die Zugänglichkeit der Strukturen und Arbeitsweisen der Offensive Tanz weiter auszubauen und zu gewährleisten.
Dabei sind wir uns darüber im Klaren, dass unsere bestehenden Teamstrukturen eine besondere Situation für hinzukommende BIPoC und Menschen mit Behinderung darstellen. Es ist uns ein Anliegen, gewaltfreie Strukturen und Arbeitskulturen zu etablieren.
Wie setzen wir Accessibility um?
Entsprechend den Erfahrungen im Rahmen unserer Equity-Arbeit zielen wir in Bezug auf Accessibility bewusst auf Qualität statt Quantität, durch fokussierte Maßnahmen in spezifischen Formaten und die Einbindung von Strategien und Ressourcen bezüglich Accessibility in unseren Arbeitsprozessen.
Programmangebote / Veranstaltungen
In der Förderperiode 2026-2029 werden wir mit dem FELD Theater kooperieren, um einerseits erste Schritte zur Öffnung in Richtung T*tauben-Community zu unternehmen und andererseits intergenerationelle Ansätze unter Einbeziehung von Senior:innen weiter zu erforschen. Zudem werden wir einen Teil unseres Programms in Zusammenarbeit mit blinden/sehbehinderten Künstler:innen realisieren, insbesondere aufbauend auf der zunehmenden Expertise des Theater o.N..
Für unsere Aufführungen sind Relaxed-Performance- und Early-Boarding-Formate inklusive Begleitpersonal vorgesehen. Die Durchführung von Fachveranstaltungen orientiert sich am Format der Relaxed Performances, Access-Informationen und -Ansprechpersonen stehen vorab und während der Veranstaltungen zur Verfügung. In der Vorbereitung und Begleitung von Veranstaltungen beziehen wir die Expertise von Access-Berater:innen ein. Künstlerische Arbeitsprozesse werden dramaturgisch und organisatorisch begleitet von Menschen, die die Perspektiven des Künstler:innen-Teams und des Zielpublikums teilen. In der Budgetplanung werden notwendige Mittel für Begleitpersonal, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit berücksichtigt.
Die Offensive Tanz leistet u.a. auch einen finanziellen Beitrag zur Unterstützung von Access-Maßnahmen im Rahmen der Partner:innen-Festivals FRATZ International und PURPLE Festival für Junges Publikum.
Weiterhin setzen wir uns nachdrücklich dafür ein, dass junge Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ihrem Wohnort in Berlin an Kunst und Kultur teilhaben können. Die Offensive Kulturbus , die Kita- und Schulkinder kostenfrei zu einer Vielzahl an Berliner Kulturorte bringt, haben wir aufgrund dieses Anliegens gegründet. Sie verbindet unter anderem Kitas und Schulen am Stadtrand mit den Kulturzentren der Stadt. Darüber hinaus sind unsere Angebote in verschiedenen Stadtteilen Berlins zu finden, auch jenseits der gängigen Theaterorte wie beispielsweise zum FRATZ Festival, das junge Zuschauer:innen u.a. auch in Jugendfreizeiteinrichtungen, Familienzentren und Senior:inneneinrichtungen in Lichtenberg oder im Wedding zu Theater- und Tanzaufführungen einlädt.
Barrierefreiheit im Netz
Barrierefreiheit hat für uns eine hohe Priorität und wir wollen unser Web-Angebot so zugänglich wie möglich bereitstellen. Wir sind bestrebt, die Kriterien des World Wide Web Consortiums (W3C) für barrierefreie Websites – die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) – in der Stufe AA einzuhalten. Uns ist bewusst, dass dies ein kontinuierlicher Prozess ist und dass wir noch nicht alle aktuellen Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Wir arbeiten fortlaufend daran, die noch vorhandenen Barrieren abzubauen.
Bei Kritik, Rückmeldungen oder Fragen könnt ihr uns gern kontaktieren:
Lena Lenz
E-Mail: presse[at]offensive-tanz.de
Was wir bereits umgesetzt haben:
- Die Hauptnavigation haben wir so umgebaut, dass sie mit Screen-Reader und Tastaturbedienung gut zu bedienen ist. Die Navigation hat eine zusätzliche Kennzeichnung bekommen, der geöffnete und geschlossene Zustand des Menüs wird mitgeteilt. Die Sprachnavigation hat neue zugängliche Labels bekommen, so dass die Sprache von Assistenz-Technologie vollständig vorgelesen wird ( und nicht die sichtbaren Kürzel „EN“ und „DE“).
- Über dem Kopfbereich der Seite und über der großen Grafik auf der Startseite wurden sogenannte „Sprunglinks“ eingebaut. Damit können Menschen, die die Website mit der Tastatur bedienen, ihre Klickstrecken verkürzen und direkt zu den Inhalten springen.
- Die animierte Illustration auf der Startseite läuft jetzt nicht mehr automatisch ab, wenn die Seite aufgerufen wird. Sie kann durch einen Start-Button gestartet werden. Dies erleichtert Menschen mit Gleichgewichts- und/oder Konzentrationsstörungen den Besuch der Seite.
- Die Überschriften sind so angelegt, dass sie von Assistenz-Technologie vorgelesen werden können und auch den korrekten Aufbau der Inhaltsstruktur wiedergeben.
- Die Sichtbarkeit des Fokus-Zustands ist deutlich erhöht und an die unterschiedlichen Hintergründe angepasst worden.
- Die Farbkontraste von Schriftfarben zum Hintergrund betragen jetzt immer mindestens 4,5:1.
- Die einzelnen Abschnitte der Website und vor allem des unteren Bereiches der Website (Footer) haben jetzt eine zugängliche Bezeichnung. So - Die Links innerhalb von Texten haben aussagekräftige Link-Texte, so dass sie auch ausserhalb ihrer Umgebung ihr Linkziel angeben können.
Was wir nach und nach noch verbessern werden:
- Die Alternativ-Texte zu allen Inhaltsbildern werden noch nachgetragen.
- Der Trailer-Film auf der Startseite bekommt ein Transkript, so dass es blinden und taubblinden Menschen möglich ist, den Inhalt des Films vollständig wahrzunehmen.
Antidiskriminierungsklausel
Im Jahr 2023 haben wir im Rahmen der programmatischen Implementierung von Equity mit der Rechtsanwältin Sonja Laaser der Kanzlei Laaser zwei Team-interne Workshops organisiert, an denen Mitarbeiter:innen aus unterschiedlichen Bereichen teilgenommen haben (Leitung, Vermittlung, Administration, Finanzen, Produktion, ÖA u.a.).
Ziel der Workshops war eine aktualisierte, erweiterte und für unsere Verträge passende Antidiskriminierungsklausel nach dem Modellvorschlag der Kanzlei Laaser zu entwickeln. In den Workshops haben wir mit Sonja Laaser die von ihrer Kanzlei entwickelte Antidiskriminierungsklausel angeschaut (es handelt sich um ein Modell mit verschiedenen Bausteinen) und diese aus unserer Perspektive als kleine Institution/Initiative besprochen. Wir haben darüber diskutiert, was die Übernahme einer erweiterten, aktualisierten Klausel bedeutet und wie diese am besten in den Verträgen integriert werden kann.
Anschließend – in enger Zusammenarbeit mit der Offensive Tanz Partner:institution Theater o.N. – haben wir eine finale Version entwickelt, die den Fokus auf die Betroffenenperspektive setzt, möglichst umsetzbare Handlungsoptionen bietet und für uns und unseren Arbeitskontext passend ist.
Wir haben letztlich beschlossen, diese Version der Antidiskriminierungsklausel, die sich besonders für kleinere Institutionen und Initiativen der freien Szene eignen kann, als Open Source Version auf unserer Webseite zur Verfügung zu stellen.
Material und Links:
Text der Klausel: PDF ZUM DOWNLOADEN
Hinweise zur Handhabung der Klausel: PDF ZUM DOWNLOADEN
Klausel und Klausel-bezogenen Themen auf der Webseite der Kanzlei Laaser, z.B. Weitere Formulierungsvorschläge und Best Practice Beispiele hier.
Uns ist bewusst, dass die diversitätsorientierte, macht- und diskriminierungskritische Transformation, die wir anstreben, ausschließlich im Rahmen eines langfristigen und nachhaltigen Engagements zu verwirklichen ist und dass es um Prozesse geht, die stets neu belebt und genährt werden wollen und Ressourcen brauchen.